Ushuaia – Buenos Aires

MARINERS WEATHER LOG: „Sailing and Science“ (04/2016)
April 2, 2016
Buenos Aires, Argentina
April 17, 2016

Ushuaia – Buenos Aires

Buenos Dias aus Buenos Aires,

nach den Extremen des Südpazifiks sollte die darauffolgende Reise von Ushuaia nach Buenos Aires vor allem landschaftlich unvergesslichen Momente auf den knapp mehr als 2.000 Seemeilen bereithalten!

Unsere Schreiberlinge haben wieder so lebhafte Berichte [http://www.hvs-hamburg.de/soc.html] in die Tasten gezaubert, dass ich gar nicht viel hinzufügen möchte.

Die neue Crew, von uns Jungspunden liebevoll „Altherren-Crew“ genannt, hatte es durchaus in sich! Sebastian, zu Recht überaus stolzer Papa von seinem Paul, der mit uns über den Pazifik gehämmert ist, hätte gelitten wie kein zweiter, sagt er, als er unsere Ozeanüberquerung zuhause am Rechner mitgesegelt ist – verständlicherweise, denn er als richtig erfahrener Segler und mit aktuellen Wetterdaten ausgestattet wusste wahrscheinlich besser einzuschätzen, als jeder „normal-interessierte“, welche Bedingungen und Belastungen vor allem sein Junior und uns auf immer südlicheren Kursen zu erwarten hatte.

Die drei Frohnaturen René, Jan und unser Skipper Chriggel, mit denen David und ich bereits im Juni vergangenen Jahres das legendäre FAERDER RACE in Oslo gesegelt sind. Und Alexander, der mir eigentlich immer bekannt war, weil er keine 300m weit von meinen Eltern weg gewohnt hat, wir uns aber nie nähere Schnittmengen hatten.

Für prächtige Unterhaltung war also gesorgt!

Die erneute Umrundung Kap Horns – von der die chilenische Marine meint, dass unsere Rundunzeit mit 28 Stunden die schnellste Runde „Puerto Williams – Kap Horn – Puerto Williams“ bisher sei, hielt wieder alles bereit, wofür dieses Seengebiet bekannt ist. Mit herrlichem Sonnenuntergang liefen wir in Puerto Williams aus, um das Kap am nächsten Morgen zu erreichen. Wir segelten in sehr moderaten Bedingungen bis kurz vor’s Kap als wie auf Knopfdruck der Wind auf brachiale 45 Knoten (90km/h) zunahm und uns mit Höchstgeschwindigkeit um den Pylonen surfen lies – denn auch die Wellen haben von einem Moment auf den anderen ein paar Meter an Höhe zugelegt.

Für David und mich fühlte sich das zweite Mal Kap Horn irgendwie falsch an – auch wenn wir nun zum noch kleineren Kreis der doppelten Kap Hornisse gehören. Kaum ein Segler kommt hier je hin und selbst von denen die wollen, schaffen es nicht mal alle um das Kap herum. Wir haben uns einen Monat auf dieses Stück Land zu gekämpft und es war in den widrigsten Bedingungen die stärkste Motivation, weiter zu machen und nicht nach Norden gen Tahiti abzudrehen.

Und jetzt war es ein Tagesausflug.

Nicht minder besonders oder herausfordernd, das auf keinen Fall! Stets respekteinflößend und einem alles abverlangend. Und dennoch nicht das selbe, aber das muss es ja auch nicht…

Drake Straße, Beagle-Kanal, Magellan-Straße. Das sind die drei Seewege um und durch die südlichste Landspitze der Welt und durch das ewige Eis der beeindruckenden Gletscher Südamerikas. Seemännisch gesehen ist das schon schön, durch alle drei gefahren zu sein und es zauberte immer ein breites Lächeln in jedes Gesicht, wenn man sich mal vor Augen geführt hat, wo man geografisch überhaupt war. Das hatte schon was ganz spezielles.

In dem Sinne, hier kommen die Bilder zu dieser tollen Tour!

Stay tuned

Vincent

– Kap Hoornier² –

Demnächst: Buenos Aires

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.