9./10. Woche / week: Kalbarri National Park – Denham (Shark Bay) – Coral Bay – Exmouth (Cape Range National Park) – Karijini National Park – Margaret River

Deutsche Verkehrs Zeitung: „Olympiafackel auf Reisen“ (21.12.2015)
Dezember 21, 2015
Süddeutsche Zeitung: „Klassiker Sydney Hobart Race startet am 27. Dezember“ (25.12.2015)
Dezember 25, 2015

9./10. Woche / week: Kalbarri National Park – Denham (Shark Bay) – Coral Bay – Exmouth (Cape Range National Park) – Karijini National Park – Margaret River

Der Weg nach Perth war schon immer lang.

Als die Holländer zu Beginn des 17. Jahrhunderts an der Küste Westaustraliens entlangsegelten, ahnten sie nicht, dass hinter Trockenbusch eine der reichsten Regionen der Erde lag. Sie kartierten die Küste und segelten weiter. Auch heute, nachdem die Bodenschätze entdeckt wurden und die Region boomt, zählt Perth zu den isoliertesten Städten der Welt. Perth selbst beheimatet ca. 2 Millionen Einwohner, über ganz Westaustralien, das 7-8 mal so groß wie Deutschland ist, verteilen sich allerdings nur noch knappe 200.000 Menschen… Eine Route von 5.371km, die es final waren, in 12 Tagen zurückzulegen war durchaus ambitioniert – man möchte ja auch was sehen. Nach umfangreichen Einkäufen und einem Kassenzettel, der knapp 1m lang war, waren wir (Lisa, Eva, Jenny & ich) bereit, uns auf den weg zu machen.

Tag 1 / 07.12.2015: Perth – Nambung National Park – Geraldton (430km)

Nach der Abnahme des Wagens, der Verstauung aller unserer Sachen und Einkäufe führte uns unsere Route dann am Nachmittag entlang der Küste gen Norden zuerst vorbei am Nambung National Park, der vor allem für die Pinnacles bekannt ist. Diese steinernen Säulen, eingebettet in feinsten, gelben Sand, ragen bis zu 2m aus dem Boden und bestehen aus gepressten Muscheln. Sie befanden sich vor Millionen Jahren noch unter dem Meeresspiegel, ähnlich wie andere Wüstenskulpturen beispielsweise in Nordafrika. Durch die Pinnacles kann man zum einen spazieren und zum anderen führt ein Weg hindurch, den man per Auto fahren kann. Bedeutsam ist das, weil die Strecke exakt so aussieht, wie die WüstenStrecke im Spiele-Klassiker „Mario Kart“ (s. Bilder).         Die restlichen Stunden bis Sonnenuntergang fuhren wir noch bis Geraldton und bezogen Quartier auf unserem ersten Campingplatz hier. Die Herausforderung auf der Tour lag insbesondere darin, zu Beginn der Dunkelheit einen geeigneten Standplatz erreicht zu haben, denn:

  • Wildunfälle sind zwischen Sonnenunter- und Sonnenaufgang für gewöhnlich nicht versichert. Das liegt vor allem daran, das Kängurus tagsüber meistens im Schatten der Büsche verweilen und sich nachts Bereits in der Dämmerung herrscht hochfrequentierter Querverkehr und sollte nachts unbedingt vermieden werden. Die massiven Road Trains, LKWs im europäischen Sattelzug-Format, allerdings mit drei bis maximal fünf Anhängern und bis zu 200 Tonnen Zuladung (!!!) bestückt, pflügen nachts weiterhin mit ihren 2m hohen Bullfängern und verchromten Kühlergrills durch die ewigen Weiten. Einschläge merken solche Vehikel in der Regel nicht, weswegen die Straßenränder in den Morgenstunden oft schaurig aussehen.
  • Wildparken“, also auf normalen Parkplätzen oder abseits der Straßen auf nicht extra gekennzeichneten, gesonderten, Parkplätzen zu übernachten, wird von Rangern, die nachts die Strecke hauptsächlich auf Unfälle überprüfen, rigoros geahndet. Wird in der Regel beim ersten Mal nur eine Verwarnung ausgesprochen, kann es bei wiederholtem Male bis zu 800 Dollar pro Person Man braucht das Risiko gar nicht abwägen, denn Nacht für Nacht werden die Strecken von drei Streifen abgefahren. Persönlich finde ich das sehr gut, denn, wenn da draußen tatsächlich was passiert, ist Hilfe wirklich sehr, sehr weit weg.

Eine sehr interessante Begegnung bescherten uns unsere Platznachbarn. Ein junggebliebenes Ehepaar in den 50ern, ursprünglich aus Norderstedt am nördlichen Stadtrand Hamburgs. Vor sieben Jahren sind sie nach Australien ausgewandert und seit einem Jahr mit einem mächtigen Wohnwagengespann unterwegs, den Kontinent ausgiebig zu erkunden. Zurück nach Deutschland wollen sie nicht mehr, das Wetter und die Natur seien die Hauptgründe. Interessant aber war vor allem die Tatsache, dass Leute, die in dem Alter ein permanentes Visum für Australien beantragen, die Auflage erhalten, nicht in Städten arbeiten zu dürfen, sondern lediglich in einem Radius von 130km außerhalb städtischer Gebiete. Protektionismus der anderen Art, denn junge Reisende aus aller Welt sind in Australien überall als Billigstarbeitskräfte herzlich willkommen.

Tag 2 / 08.12.2015: Geraldton – Kalbarri National Park – Kalbarri (160km)

Mit der Morgensonne starteten wir Richtung Kalbarri National Park, der mit schroffen Küsten und zerklüfteten Schluchten lockt. Die Fahrt entlang der Küste war herrlich, der Indische Ozean rollt mit aller Wucht heran und bricht seine türkisenen Wellen an den rötlichen Felsens Australiens unter strahlend blauem Himmel. Was kann man meer wollen? Im Ort Kalbarri angekommen haben wir wieder mit großer Begeisterung die öffentlichen Grillplätze am Strand für mittägliche Sandwiches in Beschlag genommen. Richtig gegrillt wurde am Abend auf dem örtlichen Campingplatz selbstredend auch noch. Bräuche wie An- und Abgrillen sind den Australiern völlig fremd, dem Wetter sei Dank.

Tag 3 / 09.12.2015: Kalbarri – Kalbarri National Park – Denham (425km)

Gegen jeden Gusto wurden die Tage früh gestartet, da die Sonne bereits morgens um 0800 mit knapp 30°C strahlt. Tagesziel war der Hauptteil des Kalbarri National Parks mit seinen tiefen Canyons. Nach einer intensiven Materialprüfung auf brutalen Schotterpisten, hatte unser Reisemobil sein Gütesiegel verdient. Der Abstieg in die Schluchten meisterten wir allerdings doch zu Fuß. Der Wasserstand zu dieser Jahreszeit lässt die Flüsse zwar nicht mehr fließen, eine schön kühle Erfrischung bot das Wasser am Boden der Schlucht dennoch. Um die Mittagszeit wurden dann wieder die Siebenmeilenstiefel angezogen und es ging weiter nach Norden zur Übernachtung nach Denham.

Tag 4 / 10.12.2015: Denham – Monkey Mia – Coral Bay (600km)

Noch ein bisschen müde und ohne Frühstück nahmen wir mit Sonnenaufgang die eher kurze Strecke nach Monkey Mia auf uns, um dort wildlebende Delfine am Strand sehen zu können. Gespannt standen wir dann dort mit noch ca. 100 anderen Touristen am Strand und hörten der Touristenführerin zu, die die Wartezeit mit einer Vielzahl an Informationen zu füllen wusste. Zu Hochzeiten sollen es sogar 750 Schaulustige sein. Die (fast) jeden Morgen zu unterschiedlichen Zeiten an dem Strand aufkreuzenden Delfine leben in freier Wildbahn in der Shark Bay und wurden nur durch Zufall eine Touristenattraktion. Die Delfine kommen in die seichten Gewässer, um sich vom Jagen und Stillen ihrer Jungtiere auszuruhen. Trotz der ganzen Leute um uns herum war es ein einzigartiges Erlebnis die Delfine so unbeeindruckt und gelassen beobachten zu können, denn auf See sehe ich sie ja immer nur kurz vorbeifliegen und in Hochgeschwindigkeit. Nach einem ordentlichen Frühstück mit Pfannkuchen und tropischen Früchten führte uns unser Weg immer weiter Richtung Norden. Ein kurzer Zwischenstopp am Shell Beach, einem Strand, der aufgrund lokaler Meeresströmungen aus einer 15m dicken Muschelschicht besteht. Man sieht kein einziges Sandkorn. Es ist mir ein Rätsel, wie so viele Millionen Muscheln zusammengetragen werden können. Wieder “on the road” und nach einer kleinen Pause in Carnarvon war unser Plan dann vor Sonnenuntergang und den wild werdenden Kängurus noch an einer (legalen) Raststätte Halt zu machen und dort zu schlafen. Als es jedoch immer dunkler wurde war das Road House wahrscheinlich nicht mehr (anstatt noch nicht) in Sicht und so waren wir gezwungen in die Dunkelheit reinzufahren und wie es nicht anders hätte sein können hüpften uns gleich zwei Kängurus vor den Van. Grade noch gesehen konnten wir allerdings rechtzeitig abbremsen, sodass die süßen Kängurus um den Grill und wir ohne Schaden davonkamen. Als bald darauf die Abzweigung nach Coral Bay (eigentlich Ziel des nächsten Tages) auftauchte, wussten wir, dass wir an dem Road House längst vorbeigefahren sind und es vermutlich als zu klein abgegolten haben, um es für eine Raststätte zu halten. So fuhren wir einfach noch die letzten Kilometer bis in den Ort hinein. Es muss ja nicht immer was passieren, wenn die Versicherung nicht gilt… Wir haben es trotzdem bei dem einen Mal belassen, man muss es ja nicht provozieren.

Tag 5 / 11.12.2015: Coral Bay – Exmouth – Cape Range National Park (200km)

Der Keilriemen… wie sich später in der Werkstatt in Exmouth herausstellte, hatten wir zum Glück zwei davon, einen für den Kompressor der Klimaanlage und einen gewöhnlichen. Der Reihe nach. Bereits tags zuvor hat das Gummiband lange Monologe geführt und da es weder kaltes noch feuchtes Wetter war, wussten wir, dass Handlungsbedarf besteht. Der Mechaniker in Coral Bay allerdings hatte UrlaubMurphy’s Law. Zudem war Freitag, sollten wir also nicht bis mittags in Exmouth sein, hätte sich die Angelegenheit noch sehr ausweiten können. Also haben wir leider Coral Bay und das traumhafte, vorgelagerte Ningaloo Riff morgens schon wieder verlassen und uns die 150km nach Exmouth gequietscht. Da dann die zumindest gute Nachricht: es war nur der Gurt für den Kompressor der Klimaanlage. Die hatten wir bis dato allerdings noch nicht in Betrieb, wir wollten nicht zu viel Sprit verbrauchen. Dabei stellte sich auch noch heraus, dass der Kompressor selbst hinüber war. Das wäre allerdings eine so aufwändige Reparatur gewesen, dass die Schrauber in Exmouth davon abgeraten haben, sofern wir noch weiterfahren wollten – was ohne den einen Keilriemen kein Problem sei. Keilriemen durchgeschnitten, weiter geht’s. Fenster auf und genügend Fahrtwind richten es auch. Der Haken allerdings am Ganzen war: uns standen 4650 Grad im Outback bevor… Die Lösung: Mehr Fahrtwind wird es auch richten. Am Nachmittag ging es dann um die Spitze des North-West Kaps zum Cape Range National Park. Exmouth liegt an der östlichen Seite der Halbinsel, der Park am Ozean an der Westseite. Dazwischen zieht sich eine Hügelkette, die keinen Kilometer hoch, dafür aber hunderte Kilometer lang ist. Obwohl Exmouth und der Park Luftlinie um die 15km von einander getrennt sind, sorgen die Hügel dafür, dass nichts mehr von der kühlen Brise des Indischen Ozeans ankommt und es östlich der Hügel stickig heiß ist. An der Nordspitze des Kaps betreibt die australische Marine ein Kommunikationszentrum mit einer der stärksten Längstwellensendeanlagen der Welt. Von hier aus senden die Amerikaner und Australier Funksprüche an ihre Schiffe und (abgetauchten) U-Boote im östlichen Indischen Ozean und westlichem Pazifik, wobei es tatsächlich eher so aussieht, als würde hier mit Außerirdischen kontakt aufgenommen werden. Die 13 riesigen Funkmasten ragen knapp 400m in den Himmel und sehen wirklich faszinierend aus, wenn man sich vorstellt, was hier geleistet wird. Im Cape Range National Park angekommen, verbrachten wir unsere erste Nacht in totaler Wildnis dicht am Strand hinter den Dünen. In den Nationalparks darf man auf jedem Parkplatz übernachten, wenn man zuvor ein Ticket dafür gelöst hat. Beim Strandspaziergang trifft man Kängurus und ansonsten niemanden – unglaublich!

Tag 6 / 12.12.2014: Cape Range National Park – Exmouth (100km)

Ein Tag wie aus dem Bilderbuch! Nachdem jeder sein Schnorchelequipment einsatzbereit hatte, fuhren wir nach Sandy Bay. Viel Sand bedeutet wenig Riff und wenig Fische aber es war einfach ein Traum, in dieses Wasser zu springen! Nach der ersten Runde im Wasser fuhren wir weiter zum ersten Riff Oyster Stacks. Es wimmelte dort nur so von bunten Fischen und Korallen aller Größen und Farben und tiefblauen Seesternen. Und wie immer: lässt man sich treiben, ohne sich zu viel zu bewegen, ist man im Nu von Fischschwärmen umgeben und kann sich die ganze Schönheit von Nahem angucken. In der darauffolgenden Turquoise Bay herrscht eine so starke Strömung entlang des Strandes bis zu einer Landzunge, dass man selbst mit Flossen auf Dauer nicht gegen an schwimmen kann. Das wiederum sorgt aber auch dafür, dass man am einen Ende der Bucht „einsteigen“ und eine halbe Stunde später am anderen Ende wieder „aussteigen“ kann. Den Tag perfekt machten dort Rochen und Schildkröten. Da den nächsten Tag wieder viele Kilometer abgerissen werden sollten, sind wir bereits am Abend wieder zurück nach Exmouth gefahren, um gleich morgens von dort durchstarten zu können.

Tag 7 / 13.12.2015: Exmouth – Karijini National Park – Tom Price (850km)

Er läuft und läuft und läuft und läuft. Unser Nissan El Grande, gesegnet mit einem 3,5l großen V6 Triebwerk, war ein Van, der sich durchaus gut fahren ließ. Die Lenkung war amerikanisch schwammig für uns fahrwerksverwöhnten Deutschen aber der Antritt war famos. Genau das richtige, um 70m lange Road Trains auch an Steigungen überholen zu können. Auf vier Töpfen wäre das mit so einem Bus nichts geworden. Hinzu kommt, dass in Australien ein Tempolimit von 110km/h herrscht – 850km kann man auch noch länger machen und bei knapp 50°C haben sich die Kilometer gefühlt verdoppelt. Unterwegs haben wir bereits einige der riesigen Minen Westaustraliens passiert, in denen Eisenerz und Bauxite (hauptsächlich für China) abgebaut werden und eine ausgeschilderte Abkürzung über Schotterpisten führte uns noch dichter an ihnen vorbei und durch atemberauende Landstiche. Immerhin hatten wir Tom Price nachmittags erreicht und nach Stunden der brütenden Hitze – bei offenen Fenstern innen wahrgenommen wie in einem Föhn – haben wir uns alle erst einmal in einem klimatisierten Supermarkt heruntergekühlt. Und dennoch blieb sogar noch Zeit, bereits einen Abstecher in den Park machen zu können, um erste vielversprechende Blicke in die roten Canyons werfen zu können. Meiner geliebten Schwester Pia zufolge ist dies einer der schönsten Orte der Welt, das durfte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Tag 8 / 14.12.2015: Tom Price – Karijini National Park (150km)

Es gab ein kleines Geburtstagsfrühstück für Lisa mit Kuchen, Kerzen und Gesang – eben allem, was dazugehört. Und dann ging es hinein in das Paradies des Karijini National Parks, das so gut versteckt in den Schluchten liegt, dass es sicherlich schon unzählige verpasst haben. Tief in den Schluchten warten Frischwasserbecken gespeist von Wasserfällen und besungen von Papageien. Eingerahmt von hunderten Metern rotem Gestein zu beiden Seiten und dem tiefblauen Himmelsdach. Oben auf der Erde brennt die Sonne mit 50 Grad, hier unten zeiht ein laues Lüftchen durch den Canyon, die Luft ist angenehm warm und feuchter und das Wasser hätte nicht klarer und besser temperiert sein können. Es war fantastisch, nach jeder kleinen Stärkung direkt wieder hineinzuspringen! Die KroatienLiebhaber unter Euch dürfen sich mal vorstellen, man dürfte wieder in den Plitvicer Seen baden… und hätte sie ganz für sich alleine. Es war himmlisch und diese roten Wände, die direkt in die Seen ablaufen, machen es unendlich beeindruckend. Meine Schwester schickte mich mit den Worten her, das sei der schönste Ort auf Erden – und sie hat recht. Ein solcher natürlicher Widerspruch und eine solche Abgeschiedenheit, Unberührtheit und Schönheit zusammen sind sehr selten und machen diesen Ort einzigartig schön. Der Sternenhimmel so weit draußen ist absolut pur und hinzukam, dass in der folgenden Nacht wieder ein gigantischer Schwarm Sternschnuppen für sagenhafte Momente sorgte. Die Geminiden sind der stärkste Meteorstrom des Jahres mit einem Maximum um den 14. Dezember – den wir an dem Abend noch hatten. Lucky us!

Tag 9 / 15.12.2015: Karijini National Park – Mount Magnet (824km)

Hit the road, Jack… Ziel war es, jetzt möglichst schnell nach Margaret River zu kommen, dafür waren 1,5 Fahrtage nötig. Tagesziel für diesen Tag war, es bis mindestens nach Mount Magnet zu schaffen. Dort gibt es nichts, was sich zu erwähnen lohnt, das Plätzchen Erde sieht aus, wie ein klassisches WesternDorf, nur, dass die Straße inzwischen asphaltiert ist und Road Trains von/zu den Minen durchrauschen. Der Grund, es bis hier hin geschafft haben zu müssen, ist allerdings, dass das Gebiet nördlich von Mount Magnet fast ausschließlich von Aborigines, den Ureinwohnern Australiens, bewohnt wird. Der Historie geschuldet ist man hier Weißen gegenüber äußerst feindselig gegenüber, wer hier sein Nachtlager aufschlägt, kann mit zerstochenen Reifen, Raub, Vergewaltigung und noch Schlimmerem rechnen. Es ist ein Jammer, aber ähnlich wie mit den Indianern in den USA ist man auch hier äußerst schändlich mit den Ureinwohnern umgegangen, um tief in deren heiligen Ländern gigantische Minen zu betreiben. Junge Touristen können da nicht zwangsweise für verantwortlich gemacht werden, aber die Nachricht an die Gesellschaft ist deutlich und klar.

Tag 10 / 16.12.2015: Mount Magnet – Mandurah (634km)

Zweiter Reisetag auf dem Weg in den tiefen Südens Western Australias. Während wir auf dem Weg nach Norden mehrere Etappen eingelegt haben, haben wir den Wandel in der Vegetation bewusst nicht wirklich wahrgenommen. Irgendwann war es einfach karg. Auf dem Weg nach Süden hingegen kam es mir an Tag 2 so vor, als hätte man einen Schalter umgelegt von „Roter Staub mit Büschen“ auf „Sattes Grün mit reicher Vegetation“. Auf der Höhe von Perth ungefähr haben wir einen „oh wie süß“ Zwischenhalt bei einer Auffangstation für Koala Bären gemacht und sind dann zeitig in Mandurah gewesen, um nach den vielen Kilometern noch einen angenehmen Abend zu verbringen – nicht mehr in Zweierreihe hintereinander sitzend, sondern in gemütlicher Runde am Grill.

Tag 11 / 17.12.2015: Mandurah – Margaret River (250km)

Unseren vorletzten Tag haben wir damit verbracht, die wunderschöne Region Margaret River zu erkunden. Ich sage es gleich vorab: die für mich schönste und stilvollste Gegend Australiens. Die Australier selbst lieben diese Gegend ebenso, sodass wir froh waren, eine Woche vor Beginn der Sommerferien dort gewesen zu sein. Die Küste ist wieder einmal gesäumt von einem Traumstrand nach dem nächsten. Manche ideal für Surfer mit den größten Brechern Australiens und wiederum andere mit endlos seichten Gewässern. Das besondere und die eigentliche Schönheit und Klasse liegt aber im Landesinneren, denn hier befindet sich eine der Hauptanbauregionen für australischen Wein. Ein Weingut reiht sich neben das nächste an der Caves Road. Für begeisterte Autofahrer dürfte dies mit eine der schönsten Straßen sein, die es zu fahren gibt – nach der Elbchaussee. Allee, hügelig, kurvig und gesäumt von üppigen Weinhängen und stilvollen (aber zu keiner Zeit protzigen) Weingütern, die allesamt kostenlose Weinverkostungen anbieten. Man sollte sich für einen Besuch dieser Region also einen Fahrer suchen, dem, wie mir, nichts an Wein liegt. Mit einem abschließenden Besuch des ältesten Weinguts in Western Australia, Vasse Felix, ging unser Tag genüsslich im Örtchen Margaret River zu Ende. 

Tag 12 / 18.12.2015: Margaret River – Perth (270km)

Der letzte Tag bestand dann nur noch aus der dreistündigen Fahrt zurück nach Perth, dem säubern und auftanken des Vans und wie es denn immer so ist, kam das Ende dann doch ganz schnell und ehe man sich versah, sind wieder 12 Tage verstrichen.

Stay tuned

Vincent

Demnächst: Weihnachten in Adelaide

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The way to Perth has always been long.

The Dutch discoverers hadn’t had an idea that they were sailing along the coast of one of the worlds richest countries when they explored Australia’s west coast in the early 17th century. They just drew geographic maps and sailed on. And still today – after the resources have been found – is Perth one of the most isolated towns on this planet. There are 2 million people living in Perth and its surrounding whereas Western Australia’s whole population counts 2.2 million in total. That means that 200.000 people share an area which is 7-8 times larger than Germany. It is a challenge to drive a distance of 5.371km in just 12 days and still to see all the amazing but hidden places Western Australia’s nature has to offer. Finally, we were ready to hit the road after the excessive groceries have been completed about late noon.

Day 1: Perth – Nambung National Park – Geraldton (430km)

After we have picked up our camper van and finally stowed away all our belongings it was time for a very excessive grocery shopping to have all the basics with us we couldn’t get in the outback or just at very high expense. We were ready to hit the road northbound in the late noon hours and our first stop was at the Nambung National Park which is mostly famous for the Pinnacles. Thousands of these 2m high stone columns stand on yellow sand dunes and were made of pressed shells millions of years ago, when this area was under sea level. The national park provides one path to walk and one circle lane to drive through this surreal area – which hardly reminds one of the desert race track in the legendary game Mario Cart. Look at the pictures, there is no doubt! We made it to our first campground in Geraldton just a few minutes after sunset. Another challenge of this trip was, that we needed to reach our daily destination at daylight, because:

  • Accidents caused by wildlife are basically not insured in the dark, as these are the rush hours for kangaroos to move around. They hide under bushes at daytime to be protected from the sun. You can see them jumping around and across the roads in the late afternoon already but you couldn’t react once you can’t see them coming closer once the sun dropped behind the horizon. However, the massive road trains – trucks with 3-5 trailers loaded with up to 200 tons payload – just plow through the never ending darkness as they have 2m high grills and big bull bars around their front. They barely notice any collisions and leave some kind of battlefield what makes the roads look horrible at sunrise.
  • Reason #2 for reaching your aim of the day is, that it is forbidden to sleep in your vehicle outside the permitted campgrounds or clearly marked parking areas which appear every 300500km. Rangers drive along the roads three times a night to make sure everyone is safe and no crash happened and no one would see it until the next morning. Once they catch you camping in the wrong place, heavy penalties (up to 800 Dollar per person) can be fined. Nobody should take the risk as they locate everybody in this barren landscape. I personally like the fact that they have these lonely areas under this kind of surveillance.

 

Day 2: Geraldton – Kalbarri National Park – Kalbarri (160km)

The morning sun was our signal to start heading towards the Kalbarri National Park which is famous for rough coastlines and deep canyons. We really enjoyed the ride on the coastal roads with its soft curves and hills. The Indian Ocean to our left was constantly throwing its turquoise waves against the red rocks powdered salt water was moistening the air even at 30°C. We made high class sandwiches on the public BBQ stations close to the beach once we arrived in Kalbarri and parked our wheeled residence on another peaceful campsite for the night.

Day 3: Kalbarri – Kalbarri National Park – Denham (425km)

Against everybody’s preferences we started this day very early to avoid the brutal heat in the canyons we wanted to visit. But it was a short try when the temperature hit the 30°C line at 08:00 in the morning. The coastal breeze seemed far away and the “inland oven” was heating up quickly. Our destination was the main part of the park with its deep canyons which are about 40km inlands – most of the distance to be driven on dirt roads. Our van earned its quality seal on that day. The walk to the bottom of the canyons was a bit tricky, especially with the sun shooting down its heat. The rivers at the bottom don’t have enough water to flow at this time of a year, but however, the water was cold and very refreshing after all. We jumped back in the van after this nice walk and headed to two more look outs before we got back on the road to drive the remaining 200 miles to Denham.

Day 4: Denham – Monkey Mia – Coral Bay (600km)

We all were a little bit tired and without any breakfast we drove the short distance to Monkey Mia at Shark Bay in order to see the local dolphins. Luckily it was offseason and so we had to share this experience just with about 100 other tourists. We were told that more than 700 spectators come during the summer holidays. The dolphins come to this beach almost every morning to rest from hunting all the night and take advantage of the shallow waters to feed their babies. They were surprisingly unimpressed by all the peoples on the beach and swam very calmly up and down the beach and “laid” in the sun for a bit. Although all the people on the beach, I really enjoyed this experience. We often get to see dolphins and whales playing around the yacht when we are sailing but this time they were not at high speed and I could have a look on them without any rush. We made a very nice breakfast with pancakes and fresh tropical fruits after that and before we left this peninsula to drive further north. We stopped at a special beach, called Shell Beach. This beach has no sand at all, it is completely out of shells or shell flakes. Local currents carry millions of shells into this bay and built a 15m thick and hundreds of meters wide layer just out of shells. That is simply astonishing! Back on the road and after another short break in Carnarvon we wanted to reach a (legal) place to spend the night so we decided to declare the next available road house as our final destination of that day which was about 400km away. But somehow we didn’t see any and the sun and horizon were coming closer to each other from hour to hour. We weren’t sure whether we passed the road house hours ago but it just didn’t look like a road house – rather than a shed. We finally were sure as all of a sudden a sign appeared showing “Coral Bay 12km”. We planned to be there the next day so we just had to get there safe as it was almost dark already. Two kangaroos crossed the street a few meters in front of us but we managed to not hit them as we were driving slowly already. Nevertheless, it was quite a surprise when they jumped out of the bushes. It was the first and last time we drove that close to the limits and were happy to be on a nice campground again.

Day 5: Coral Bay – Exmouth – Cape Range National Park (200km)

The fan belt… Luckily the mechanics in Exmouth found out that our van was running with two belts, one for all major systems and one just for the compressor of the air conditioning. One of the rubber belts has already sounded squeaky the day before on the way to Coral Bay and I knew that we had to face the problem soon as we had neither cold nor humid weather at all which could cause a temporary sliding of the belt as well. Murphy’s law applied as Coral Bay’s only mechanic was on holiday as well and no other was available. In addition to that it was a Friday, so we had to drive to Exmouth immediately and should arrive before noon if we wanted to get this problem sorted out before we had to wait until Monday. It was very unfortunate that we had to shortcut Coral Bay with its beautiful entry to the Ningaloo Reef. Luckily we were told that the weak belt was just the belt which runs the compressor for the air conditioning. We never used the AC before to save a lot of fuel and rather had the windows open to enjoy the nice breeze. However, the mechanics found out, that the AC was broken anyways and the compressor needed to be changed. It would have been a “open heart surgery” and couldn’t be done in this tiny shop. Continuing without AC wasn’t a change at all for us, so the weak belt was just cut off and our show could go on. The temperatures were high but it was still fine to drive with open windows – but how would it be to arrive in the farther inland a couple of days ahead? Temperatures of 45-50°C have been forecasted but giving up or not going to the most beautiful places wasn’t an option. We finished the day by doing some last groceries in Exmouth and continued our expedition to the Cape Range National Park after everything has been sorted out and we have been declared good to go again. It is quite a long way from Exmouth to get into the National Park. Exmouth is located on the east side of the cape and the National Park is on the west side of the cape but in between there is a chain of steep hills which extends over hundreds of kilometres along the coast. The street was built about 80km all around the hills. Another impact of these hills is, that the east side is mostly not effected by the cool breeze from the Ocean, it is just hot and the air is standing still. The north bit of the cape hosts the Naval Communication Station Harold E. Holt which provides one of the strongest very low frequency (VLF) radio transmission to United States Navy and Royal Australian Navy ships and submarines in the western Pacific Ocean and eastern Indian Ocean. It is very impressive to see these ultra large radio towers which are almost 390m high – and there are 13 of them! It rather looks like Australia is communicating with aliens than with their ships. We spend our first night in the real wildness just behind some dunes and very close to an awesome beach. It is allowed to park overnight on any parking lot in national parks if you have bought a ticket for that. Except kangaroos there was just nobody to meet at the beach, it was just wonderful!

Day 6: Cape Range National Park – Exmouth (100km)

A day dream! Everybody was getting the snorkelling equipment ready and we started our day at Sandy Bay. Plenty of sand means also less reef and less fish so we just enjoyed this bay to jump into the seas and having a splashy blast in the Indian Ocean. Our next stop was called Oyster Stacks and provided a great reef with plenty colourful fishes and corals in every size as well as deep blue starfishes. It didn’t take long to get all the fishes very close to myself, the only thing to do is to avoid moving around so they accept you as peacefulTurquoise Bay was the next bay we visited and the name wasn’t a fake. Besides its colour, this bay is also famous for the very strong currents which flow along the bay towards a small cape and everybody really needs to pay attention to get out of the current in time – otherwise the current pulls you out on the ocean and one is very far away from getting rescued soon. Nevertheless, the current also carries you over fantastic reefs and through amazing fish swarms if you enter the water on the other side of the bay and exit 30 minutes later before the current comes to open waters again. Turtles and rays were just the icing on the icing of just an amazing sea life experience that day. In preparations of the next (driving) day, we decided to go back to Exmouth already in the late afternoon this day in order to get a good starting position.

Day 7: Exmouth – Karijini National Park – Tom Price (850km)

Our blessed Nissan El Grande was a great car to drive. 3.5 litre V6 engine with a bunch of torque to overtake any of the 70m long road trains within a nice slap on the pedal. 850km were just a lot of driving on that day and we didn’t stop for long because of the graceless heat and in addition to that we had to follow the Australian speed limits of 110 km/h which is not easy for Germans. That’s how 850km possibly seem like the double amount of kilometres, especially at temperatures about the upper 40s and close to 50s. We passed a few of the huge mines which produce iron ore and bauxite and decided to take an official shortcut of 70km dirt road – how often do you get the chance to see that again? After all we arrived in Tom Price around afternoon and we enjoyed some minutes in an air conditioned supermarket with cold drinks. We also had still enough time to make a first trip to the Karijini National Park which, as per my beloved Sister Pia, should be one of the most beautiful places on earth and I couldn’t miss. On this day we just made it to the very first canyon as we still had to drive 80km each way to this place and had stunning views over the edges to the waterfilled bottom between the red cliffs.

Day 8: Tom Price – Karijini National Park (150km)

We started the day with a birthday breakfast for Lisa with small cakes, princess candles and singing of course. After that we were good to go and started our trip to the heart of the Karijini National Park. The paradise is well hidden deep down in the canyons and can be easily missed when you don’t know exactly where to go. The bottom of the canyons is the complete opposite of the nature you see on ground level with its red dust, dry bushes, no shade and deadly heat. Down there the temperature is below 30°C, fresh water pools get filled by beautiful waterfalls and rich trees and flowers grow everywhere. Parrots are singing and flying around and the red stone walls on each side produce a very nice light reflection. The water in the pools is clear as glass and comes with pleasing 25°C. We jumped in again and again and kept swimming and playing ball until late afternoon. Then we decided to do a walk along the canyon over tricky rocks and dense forest to an even more spectacular place: Circular Pool. Located at the dead end of one of the canyons it was surrounded by the red walls by 270° and the last quarter was covered by the great trees so the panoramic view was just magnificent. And we just had it all for ourselves! My sister was so true that this is one of the most beautiful places on earth! This level of loneliness and unspoiled state combined with beauty, climate and everything else around it makes it absolutely unique! It got dark just minutes after we climbed up again and the stars again were a pure sensation as you can imagine. In addition to that it was the night of the 14th December which is the annually peak of the Geminids, the strongest meteor shower you can see on earth. It was just magnificent – lucky us!

Day 9: Karijini National Park – Mount Magnet (824km)

Hit the road, Jack… Our goal was to get as fast as possible down to Margaret River in the next 36 hours. The destination on the first day was Mount Magnet. There was nothing else than a few houses and a campground and this place looked like a small village in a wild west movie. The main reason to reach Mount Magnet was to avoid any danger of Aborigines north of it. Sadly, history led to a bad relation between migrants from Europe and the native people due to the land robbery and mining process without sharing it with them. I totally understand their feelings of discrimination and that’s also why some natives unfortunately became hostile to any further trespassers. Young tourists are not necessarily to blame for centuries of history but the message towards society is loud and clear.

Day 10: Mount Magnet – Mandurah (634km)

Our 2nd day on the way to the deep south of Western Australia. We didn’t really notice the change of vegetation and landscape on our way up north as we did many stops and it took us a week to get there and at some point it was dry and red. On our way back we rushed the distance in almost two days and the change was obviously. It was like somebody hit the switch from red and arid to green and humid which was a wonderful change. We’ve made a “ohh how sweet” stop half the way to Mandurah and shortly visited a koala bear park before we drove the last miles. We arrived in the early evening with having enough time for a relaxing BBQ without sitting behind each other.

 

Day 11: Mandurah – Margaret River (250km)

We spend our last whole day with discovering the Margaret River region. To make it short: For me, it is the most beautiful and classiest area in Australia. The Australians love that area as well and many of them come here for their holidays. Due to this fact we have been lucky to be there just about a week before the big summer holidays should start. The coastline again provides one paradise beach after the other for everybody. Some are great for surfing; others are better for swimming. The major beauty of this area is hidden inlands, because this happened to be one of Australia’s oldest and most famous wine areas. One beautiful and famous winery after the other appears when driving along Caves Road which is a perfect street for passionate drivers and a death trap for everybody who decided to drive after a (generally free) wine tasting. It is a hilly, curvy alley connecting all wineries with each other. We had the time to lay down at completely empty beaches and also to visit some wineries such as the oldest winery in Western Australia, Vasse Felix. That was a perfect end for this wellrounded road trip and I definitely need to come back to Western Australia with a lot more time!

Day 12: Margaret River – Perth (270km)

The last day was just another three hours of driving back to Perth, cleaning up and re-fuelling our good van. As always, ends are coming faster than expected and 12 days flew by like nothing.

Stay tuned

Vincent

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