4. Woche / week: Noosa – Brisbane – Surfer’s Paradise

3. Woche / week: Agnes Water / 1770 – Fraser Island
November 4, 2015
5. Woche / week: Byron Bay
November 18, 2015

4. Woche / week: Noosa – Brisbane – Surfer’s Paradise

Hey Mates,

beeindruckt und mit den Eindrücken und Erfahrungen meines Abenteuers auf Fraser Island führte mich meine Reise am 01.11.2015 weiter gen Süden in einen Ort, von dem alle Schwärmen: Noosa. Die Surfer sprechen von heiligen Wellen, Romantiker von endlosem Strand und schönem Ambiente. Und sie haben alle Recht.

Hier spiegelt sich auch ein merklicher Wandel in der australischen Zivilisation wieder. Während weiter nördlich überwiegend Landwirtschaft und Tagebau betrieben werden, alles ein bisschen einfacher gestrickt ist und Touristen in der Regel genügsame Backpacker sind, wird von nun an am großen Tourismusrad gedreht. Statt dem sehr zweckmäßigen, durchaus charmanten und einfach gehaltenen „Farmer’s Land“, befindet man sich auf einmal im fortschrittlichen, glitzernden Australien. Noosa verbindet beides auf wunderbare Art. Die Häuser sind bereits eindrucksvoll und glamourös, es liegt aber über allem ein sehr geschmackvoller Charme, ein Mix aus fernöstlichem und HippieKunst. Drei Nächte hatte ich geplant, was meiner Erfahrung bisher immer ausreichend war, um einen Überblick über alles bekommen zu können und einem ein bisschen Spielraum lässt, um schöne Dinge auch zweimal machen zu können. Noosa allerdings war der erste Ort, an dem ich durchaus länger hätte bleiben können. Man verspürt hier eine deutliche Ausgewogenheit.

Die Wellen waren ein Traum! Vom Hostel aus wurden Surfbretter kostenlos zur Verfügung gestellt und es sooft es ging mit Brett an den Strand, um es immer wieder zu probieren. Im Vergleich zu Agnes Water gab es hier allerdings richtig massive Wellen, so wie man sie sich beim Wellenreiten immer vorstellt. Glücklicherweise rollen sie in Noosa extrem geschmeidig in die Bucht, sodass man sich auch als Anfänger verlockt fühlt. Das Aufstehen klappt immer schneller, sodass ich mehr und mehr Zeit bekomme, die Wellen stehend auszufahren, bevor es einen vom Brett wäscht oder der Strand erreicht ist.

Neue Leute bedeuten neue Möglichkeiten und die Surfer, die ich hier kennengelernt habe und die aus allen Herrenländern anreisen, haben mich am nächsten Morgen (03.11.2015) zum Surfen bei Sonnenaufgang eingeladen. Es war sagenhaft! Der Pazifik lag still da – trügerisch, weil ich weiß, wie viel er uns auf dem Weg ums Kap Horn noch abverlangen wird – und das Farbschauspiel war einfach nur wunderschön.

Vom 04.-06.11.2015 wurde Brisbane erkundet. Mit 1,9 Mio. Einwohnern Australiens drittgrößte Stadt, erinnert das Stadtbild wahninnig an London. Der Brisbane River windet sich ebenso durch die Stadt wie die Themse, die neueren Brücken wurden von den selben Architekten entworfen und das Geisterfahren hat man auch hier übernommen. Für meine zweitägige Erkundungstour wählte ich das Rennrad als Fortbewegungsmittel und die Stadt mit ihren fortschrittlichen FahrradHighways bot eine perfekte Kulisse dafür. Seit 1988 die Weltausstellung mit 18 Mio. Besuchern Einzug erhielt, ist Brisbane aus seinem hundertjährigen Schlummerzustand erwacht, quer durch die Stadt und entlang der Flussufer gibt es diese hervorragende FahrradHighways und das Wetter war mit 28°C und leichten Winden ebenfalls ideal. Es war einfach ein Hochgenuss, durch die Stadt rauschen zu können. Nach Geschichte und Kultur sucht man hier (wenig überraschend) vergeblich, bestes Beispiel ist hier die St. John’s Kathedrale. Die auf alt getrimmte Hauptkirche wurde nach dem 2. Weltkrieg erweitert und 2009 final fertiggestellt. Ältere, viktorianische Häuser wichen überwiegend den zeitmäßigen Bürotürmen und neuen Straßenzügen. Eine willkommene Abwechslung bieten der Botanische Garten und die Parks, wie z.B. South Bank, entlang des Flusses mit den fantastisch blau und lila blühenden Jacaranda-Bäume. Um ein Gefühl für die Stadt zu bekommen, bietet sich der Mount Coot-tha an. 8km vor den Toren der Stadt bietet er mit einer Höhe von knapp 255m einen fantastischen Ausblick – vor allem bei Nacht.

Obligatorisch war natürlich auch der Besuch der Brewski Bar in der Caxton Street – jenem Pub, dem Frau Merkel beim G20Gipfel 2014 einen spontanen Besuch abstattete.

Australiens Antwort auf Miami ohne Art déco und Miami Vice lautet Surfers Paradise. Hier machte ich vom 06.-08.11.2015 Station. Im vermeidlich glitzernden Herz der Gold Coast stehen die Hochhäuser so dicht am Meer, dass weite Teile des Strandes nachmittags im Schatten liegen. Sand und Wellen sind zwar nach wie vor als Hauptattraktionen der Gold Coast, doch heute sind sie eigentlich nur noch Kulisse für Nachtclubs, Themenparks, Golfplätze, Boutiquen und Kasinos. Kurz gesagt – gesehen, Haken hinter.

Stay tuned

Vincent

Demnächst: Byron Bay

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Hello everybody,

Greatly impressed by the adventure on Fraser Island it was time to continue heading further south. Noosa was the next stop on my schedule and everybody I met who was travelling north was raving of this place. I was told that one can find the smoothest waves for surfing, never ending beaches (again) and a lovely atmosphere. And they were all right. In addition to that it was a noticeable borderline between two different Australias. The North can be more described as charming farmer’s land and adventurous, whereas from Noosa on and south it is the wealthy and high-tech Australia with all the impressive beach houses, apartment towers and loud and shiny streets. And Noosa is just the place where all these things mix up and define the spirit of this place. The result is a mixture of modern architecture, far easterly and oriental gardens and hippie artworks all over the place. It really was a place where I wanted to stay longer than the usual two or three nights, which are usually enough to discover smaller places. But this wasn’t about discovering, it was about inner wellness.

The waves absolutely came up to expectations. I took a surf board which was provided by my hostel and went to the beach as often as I could. The massive waves rolled towards the beach in a way which felt somehow very comfortable. Getting up and keep standing works out better and better which also gives me more time to ride the waves a little bit longer until I get washed away. New people always bring new possibilities so I was invited by local surfers to join them for surfing on sunrise (03.11.2015). It was another mind-blowing moment in my life! The Pacific Ocean was deceptively calm like a mirror – just like there were no upcoming challenges at all on our way to Cape Horn.

Up next was a shorter stay in Brisbane (04.-06.11.2015). Australia’s third largest city reminded my pretty much of London. The Brisbane River flows through the city like a snake as well as the River Thames. But that’s not the only similarity because the newer bridges were designed by the same bureau of architects as some bridges in London. I decided to discover the city area by racing bike and the city provided the perfect setting for that with all its state of the art bicycle highways along the riverbanks and everywhere else in the city. Brisbane woke up from its century-long sleep in 1988 when the World Exhibition took place here. It was pure joy to rush through the city at 28°C and light winds. There is no need to look for history, even the main church called St. John’s was finished in 2009. Older Victory-style buildings had to make space for skyscrapers and new malls. A very nice place howsoever is the Botanical Garden down by the river banks hosting the awesome, blue/purple colored Jacaranda trees and colourful flowers.

Of course we also visited the Brewski Bar on Caxton Street, which is the pub in which Angela Merkel bursted in the night prior the G20 Meeting in 2014.

Another good place to get an overview is the 255m high Mount Coot-tha which is 8km from the city centre – especially at night.

Australia’s answer on Miami without art déco and Miami Vice is called Surfers Paradise. I stayed here just for two nights (06.-08.2015) and don’t regret that I didn’t stay longer. The apartment towers are built so close next to each other and to the beach that they throw their shades on the beach from noontime on in the shiny heart of the Gold Coast.

Advertising lists sand and waves as number one sight in Surfers Paradise but the surfers left years ago as it is just a place full of nightclubs, theme parks, golf yards, boutiques and casinos. To make it short: I’ve seen it and left as soon as possible.

Stay tuned

Vincent

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2 Comments

  1. Tine sagt:

    So beeindruckende Bilder und anschauliche Beschreibungen!!! Ich wünsche Dir eine weiterhin tolle Zeit. Pass auf Dich auf!

    • vincent sagt:

      Vielen Dank, Ihr lieben!
      Ja, ich gebe mein bestes, unversehrt zu bleiben, bisher ist mir das sehr gut gelungen!
      Sonnige Grüße vom anderen Ende der Welt
      Euer Vincent

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