12./13. Woche / week: Silvester in Sydney

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Januar 26, 2016

12./13. Woche / week: Silvester in Sydney

Ein frohes neues Jahr, alle miteinander!

Pünktlich und genau zum Start des legendären Rolex Sydney to Hobart Yacht Races am 26.12.2015 habe ich es auf die Southern Heads geschafft, jener schroffen, felsigen Landzunge, die alle Yachten nach dem Start des Rennens im Hafen von Sydney runden mussten, bevor sie auf Südkurs gen Hobart, Tasmanien, gehen konnten. Von hier aus bot sich ein spektakulärer Blick auf die zurzeit schnellsten Rennyachten der Welt und überragende taktische und wahnsinnige Überholmanöver. Der weitere Kurs führt die Teilnehmer über 628 Seemeilen (1.163km) an der Küste durch die Tasmansee, über die Bass Straße und die Storm Bay nach Hobart. Mit dem Startschuss des Rennens viel auch die Klappe für die erste Etappe der Hamburg Süd Southern Ocean Challenge des Hamburgischen Verein Seefahrt, das uns zuvor bereits 1 ½ Jahre intensive Vorbereitung gekostet hat – und nun ging es endlich los!

Zudem ist es beeindruckend und erfreulich zu sehen, welchen Stellenwert der Segelsport in Australien hat. Das Rennen, in Australien auch als Bluewater Classic bekannt, gilt als eine der schwierigsten Hochseeregatten weltweit. Das mediale Interesse war gigantisch, neben zahlreichen Pressebooten kreisten neun Hubschrauber über dem Regattafeld, um vielseitiges Bildmaterial für die knapp dreistündige Liveübertragung im australischen Fernsehen zu liefern. Zudem waren die Ufer auf beiden Seiten randvoll mit Schaulustigen und der Korridor für die Rennyachten war gesäumt von unzähligen privaten Sportbooten und Yachten. Selbst von Baumarktmitarbeitern oder beim Schlachter wird man auf Crew-Shirts angesprochen und es gibt kaum jemanden, der im Dezember über andere Themen spricht, als über diesen Renn-Klassiker.

Unter folgendem Link gibt es noch einmal den Start und die ersten Seemeilen zu bestaunen:

http://rolexsydneyhobart.com/news/2015/pre-race/rolex-sydney-hobart-race-start/

Irre spannend!

Der Hauptgrund, nach Sydney zurückzukehren, war allerdings das alljährliche Silvesterspektakel, das weltweit seinesgleichen sucht. Umso schöner war es dann auch noch, dass mein blonder Engel Jenny den weiten Weg ans andere Ende der Welt auf sich genommen hat, um den Jahreswechsel zusammen feiern zu können – und dann auch noch vor dieser Kulisse! Nach knapp drei Monaten digitaler Kommunikation war das Wiedersehen um so freudiger und die gemeinsamen Tage waren gespickt mit weiteren Highlights. Die obligatorische Hop On / Hop Off Bustour vorbei an Sydneys Hauptsehenswürdigkeiten und schönsten Ecken haben wir bei strahlendem Sonnenschein zwei Tage nach Ankunft am 29.12.2015 gemacht, wobei wir den Tag dann ab nachmittags am allseits berühmten Bondi Beach haben ausklingen lassen. Für Jenny, tage zuvor dem norddeutschen Winter entflohen, war die Wetterumstellung auf pralle 28 Grad in der Sonne und keine Wolke am Himmel natürlich eine herrliche Abwechslung zum dunklen und grauen alltäglichen Wetter in Hamburg.

Neben vielen weiteren Entdeckungstouren durch die Stadt, haben wir am 30.12.2015 die Nachmittagsstunden im Park „Dudley Page Reserve“, zwischen Bondi Beach und den Southern Heads, genossen. Von hier hat man einen sagenhaften Blick über den ganzen Hafen und die Stadt liegt einem nahezu zu Füßen. Natürlich liefen auch hier bereits die Vorbereitungen und Aufbauarbeiten für die anstehende Silvesterparty, wie an allen Orten in Sydney mit vergleichbarem Blick. Zudem konnte ich meine PazifikAusrüstung wieder um ein Stück vervollständigen und meinen maßangefertigten Helm in Empfang nehmen, der extra für verrückte Hochseesegler konzipiert wurde und von ebenfalls segelverückten Neuseeländern angefertigt wird.

Für den Silvesterabend hatten wir uns überlegt, uns das Feuerwerk vom Botanischen Garten aus anzugucken. In Australien sind private Feuerwerke an Silvester verboten, deshalb veranstalten die Städte ihrerseits mehr oder weniger große Feuerwerke. Neben Hotels, Restaurants und Schiffen, die für horrende Preise den besten Blick versprechen, stellt die Stadt Sydney alle öffentlichen Flächen mit guter Sicht unter gründlichen Schutz und beschränkt die Anzahl der insgesamt knapp 2 Millionen Zuschauer. Der Bereich um den Mrs. Macquarie’s Chair, den wir uns auch ausgesucht hatten, war für 16.000 Zuschauer zugelassen und die Schlange war bereits am späten Vormittag mehrere hundert Meter lang. Wir haben es dennoch auf uns genommen, 3 Stunden anzustehen und am Ende sogar einen Platz für unsere Decke in Wassernähe bekommen. Doch als wir vor Ort waren, verlor dieser sonst so schöne Ort all seinen Reiz. Die uralten und riesigen Bäume schränken die Sicht auf Oper, Brücke und Wasser nicht ein, wenn man dort alleine spazieren geht… Allerdings sorgen sie dafür, dass nur ein kleiner Teil der tausenden Schaulustigen einen wirklich guten Blick auf das Geschehen haben würde. Hinzu kommt der Faktor Wetter. Es war zwar sonnig an diesem Tag, aber der Wind, der von der See kam, war eisig kalt. In der Sonne konnte man es nur in Badehose aushalten, im Schatten nur mit Daunenjacke – und die Sonne sollte ja Stunden vor Mitternacht untergehen. Lustigerweise haben wir von unserem Platz einen Park am Nordufer, genau gegenüber gesehen, der noch gähnend leer war und sich laut Übersichtskarte erst spät am Abend füllen sollte. Also haben wir unseren Platz im Gewusel gegen 17:30 Uhr gerne aufgegeben, sind sogar noch einmal zurück ins Zimmer und haben viel Ballast abgeworfen und sind dann ans Nordufer gefahren, wo wir die Kurraba Point Reserve immer noch nahezu leer vorfanden und dieser auch noch im Windschatten des Nordufers lag. Einen der sechs Feuerwerk-Pontons direkt vor der Nase liegend, hatten wir einen wirklich hervorragenden Ort gefunden, ins neue Jahr starten zu können.

Das Programm, das Sydney auf die Beine gestellt hat, war atemberaubend. Flugshows über dem Hafen um 18:00 Uhr und 20:00 Uhr, Schlepperfontänen zum Sonnenuntergang, ein 8-minütiges Familienfeuerwerk für alle (aber vor allem für die jüngsten) bereits um 21:00 Uhr, eine tolle Lichtshow an der Harbour Bridge um 22:00 Uhr und dann das sensationelle Feuerwerk zum Jahreswechsel, das eine Viertelstunde lang den Hafen verzaubert hat.

Die sechs Pontons, in einer Linie quer im Hafen verteilt (s. Fotos), feuerten absolut synchron ab, während die Brücke als Einzelspieler das ganze Spektakel eröffnet hat und immer wieder im Wechselspiel mit den Pontons das Geschehen übernommen hat. Es war eine unglaubliche Leistung, die hier vollbracht wurde. Und Jenny und ich, beides insgeheim Pyromanen, schwelgten im totalen Glück.

Immer wieder aufs Neue sorgt das Video des Abends für absolute Gänsehaut:

https://www.youtube.com/watch?v=rkwta9rRbUk

Der Neujahrstag verstrich natürlich ohne nennenswerte Aktivitäten, sodass wir am 02.01.2016 das neue Jahr mit einer Runde um das Opernhaus und durch den Botanischen Garten eingeläutet haben. Den 03.01.2016 haben wir im traumhaft schönen Zoo verbracht. An den Hängen des Nordufers platziert, bietet er neben den Tieren auch einen wunderbaren Blick über die Stadt.

An den beiden folgenden Tagen hat es uns zur Mittagszeit beide male auf den Fischmarkt gezogen, wo wir die kulinarische Vielfalt der Meere genossen haben, während es draußen die letzten drei Tage ununterbrochen und wie aus Eimern geregnet hat.

Vor dem Hintergrund, dass die See bereits ruft und sich meine Reise bald auf schwankenden Untergrund und das südlichste Weltmeer verlagert, war die gemeinsame Zeit in Sydney nochmal eine unfassbar tolle Stärkung für uns beide, die nächsten Monate mit viel Funkstille zu überstehen. Liebe ist eben doch stärker, als alles andere!

Stay tuned

Vincent

Demnächst: Auckland

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Hi fellas and a Happy New Year!

I made it to Sydney’s Southern Heads just in time for the start of the legendary Rolex Sydney to Hobart Yacht Race. It is the rough and rocky peninsula on the south bank and all the participants had to round this point to set course towards Hobart, Tasmania. This place offered a spectacular view on the fastest sail yachts of the world, brilliant tactical manoeuvres and astonishing take overs. It was also the start of the Hamburg Süd Southern Ocean Challenge of the Hamburg Club of Seamanship which we planned for over 1 ½ years and finally the status changed from “preparing” to “let’s go, let’s do this!”

In addition to that, it was great to see how the Australians celebrate the sailing sports. The media filmed the race fleet with nine helicopters and many more boats, the television broadcasted a live stream for three hours, the newspapers have been full of this topic weeks before the race kicked off and even the cashier in a retailer asked about your boat if you had a crew shirt on. Of course there were plenty of private yachts with many spectators on both sides of the race corridor to get the best views on these carbon fibre rockets.

The following video gives you a great impression of how intense the start of such a race can be: http://rolexsydneyhobart.com/news/2015/pre-race/rolex-sydney-hobart-race-start/

My major reason for returning to Sydney was the giant New Years Eve party – what else? It became even better when my beloved Jenny flew in to celebrate this happening together on the other side of the world! Our reunion has been absolutely magnificent after almost three month of digital communication and there were many more highlights to come.  We did the classic Hop On / Hop Off bus tour on 29th December 2015 and had a nice drive by all the beautiful places I already had discovered a month before. The weather was brilliant that day and we spent the second half of that day at famous Bondi Beach. It was a very pleasing change of weather for Jenny, compared to the grey and cold she had left behind in Hamburg just a few days ago. Besides many more walks through the city, we visited the beautiful park “Dudley Page Reserve” which is located between Bondi Beach and Southern Heads at the very eastern end of Sydney on 30th December. It offers an amazing view on the whole harbour and most parts of the city. In addition to that I could add another important item to my transpacific gear as I picked up my customized sailing helmet for crazy offshore sailors which was built by also sailing addicted New Zealanders.

Our plan on NYE was to get a nice view from the Royal Botanic Garden. It is forbidden to have private fireworks in Australia so that is why the public ones are very popular and areas with good view are mostly crowded early in the day. The capacity of the Mrs. Macquarie’s Chair at the Botanic Gardens allowed 16.000 spectators to enter and the line was several hundred meters long when we arrived in the late morning hours. We didn’t give up and waited for 3 hours to get in and we luckily managed to find a spot for our blanket just a few metres away from the water. But this beautiful place lost all its beauty on this day because of these thousands spectators. Another disadvantage was that all the big trees just enabled a few of them to get good views and we were afraid that it could give some kind of chaos when everybody starts to move for better views. In addition to that, the weather was very tricky that day. Yes, it was sunny on that day but the ocean breeze was absolutely icy. You wanted to be just in shorts in places where the sun was. Otherwise you wished that somebody would bring your winter jacket – and sunset was hours ahead. Fortunately, we saw another park on the other side of the water which was almost empty. We first wondered why that is but the public information internet services showed no unsuspicious news about that place except it should reach capacity late in the day. That’s why we decided to leave the Botanic Gardens at 17:30h and still had enough time to go back to our room to get rid of most of the stuff we carried with us for the day. We found the park called Kurraba Point Reserve still empty and easily chose the best position for our blankets.  We found the perfect place to change the years! Sydney’s people in charge for NYE did a superb job and the schedule for the evening was mindblowing. Air shows at 18:00h and 20:00h, tug boat fountains at sunset, an 8-minute family firework from all of the six firework-pontoons in the harbour at 21:00h for everybody and especially the youngsters. Next was a great light show around the Harbour Bridge at 22:00h and finally, the greatest firework I’ve ever seen kicked off at midnight. 15 minutes of ecstasy! All six pontoons were located in one line through the harbour and blew up their rockets precisely synchronized. The bridge opened the show and after that it was a great harmony between the pontoons and the bridge. It was an absolutely sensational performance and Jenny and I couldn’t have been happier, as we both are crazy for fireworks. And crazy in love, of course.

The following link let your screens blow up and causes goos bumps all over me every time I watch this again: https://www.youtube.com/watch?v=rkwta9rRbUk

The first day of the new year passed by without any happenings so far but we then started the new year with a fantastic walk around the Opera House and through the Botanic Garden (meanwhile released from all the spectators) on 2nd January 2016. We also went to the zoo on the next day which I can recommend to everybody visiting Sydney in the future. It is located on the north shore and offers great views over the harbour towards the city and also with animals in the scene, like giraffes. It started to rain for the next three days on that day so we just enjoyed the days together indoors and went to the fish market twice for lunch.

It was such a pleasure to spend these days together because of the reason that the Southern Ocean is whispering my name already and I’m going to spend the next months on moving surface. With our hearts strengthened and recharged again, we feel very confident to start my sailing adventure. Love is always stronger than anything else!

Stay tuned

Vincent

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